Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Institut für Schulpädagogik und Grundschuldidaktik
Arbeitsbereich Deutsch

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Dr. Alexandra Ritter
Franckeplatz 1, Haus 31
06110 Halle/Saale

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Literacy im Kindergartenalltag

Projektbeschreibung

Eine deskriptive Fragenbogenauswertung (n = ca. 300) zu Praktiken und Strukturen der frühkindlichen Leseförderung und des Umgangs mit Literatur im Kindergarten

Neben der Familie, als informelle Instanz der Leseförderung (vgl. Groeben 2004), ist der Kindergarten die zentrale formelle Institution für frühkindliche Literacy-Erfahrungen. Dass diese in einem positiven Zusammenhang mit der Sprachentwicklung sowie dem Schriftspracherwerb in der Grundschule stehen, konnten verschiedene Studien nachweisen (vgl. Lehrl, Ebert & Roßbach 2013; Kuger, Roßbach & Weinert 2013; Sauerborn 2015). Beschäftigen sich 43 Prozent der 2-5-Jährigen jeden oder fast jeden Tag mit Büchern (vgl. miniKIM 2014), so nimmt dieser Anteil in der Grundschule und der weiterführenden Schule rapide ab (vgl. KIM 2018, 11). Bei den Freizeitaktivitäten der befragten Kinder werden Bücher nur an Platz 14 genannt und digitale Medien werden deutlich bevorzugt (vgl. ebd.). Während 16 % der Kinder zwischen 6 und 13 Jahren noch jeden oder fast jeden Tag Bücher lesen, liegt der Anteil der Kinder, die nie Bücher lesen bei 17 %. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, warum die Lesemotivation im Kindergarten bei einer großen Zahl von Kindern nicht nachhaltig verankert werden kann. Wie kann die auch in der Schule zu etablierende Lesekultur an die Förderung im Kindergarten anknüpfen? Wie werden Praktiken im Umgang mit Büchern im Kindergarten etabliert und gefördert und in welchem Verhältnis stehen Print- und digitale Medien in diesem institutionellen Raum der Lesesozialisation? Solche grundlegenden Fragen möchten wir im Rahmen unseres Forschungsvorhabens gern verfolgen.

Der Datenkorpus der Bewerbungsunterlagen für das „Gütesiegel Buchkindergarten“ ermöglicht uns unter diesen Perspektiven einen Blick auf unterschiedliche (leseaffine) Kindergärten in Deutschland und deren (Buch)Lesekultur bzw. ihre Konzepte und Programme zur Leseförderung. Dabei beschäftigen uns Fragen der konzeptuellen Leseförderung in den Einrichtungen (wie z.B. die Etablierung von Lesepat*innen, Vorlesezeiten etc.) und der Literaturkanon, der sich in den Kindergärten herausgebildet hat. Ergänzend zu neueren Studien aus dem Bereich der Frühpädagogik, die sich u.a. mit der Häufigkeit von Literacy-Aktivitäten im Kindergarten-Alltag beschäftigen (s. u.a. Wirts, Egert & Reber 2017), fokussiert die vorliegende Untersuchung die folgenden Themenfelder:

Indikatoren einer (Buch)Lesekultur im Kindergarten:

  • institutionelle Verankerung von leseförderlichen Maßnahmen
  • buchbezogene/lesebezogene Praktiken im Kindergartenalltag
  • Praktiken der Professionalisierung (Förderprogramme, Fortbildungen etc.)

Literaturauswahl:

  • Kanon-Bildung bei der Bilderbuchauswahl
  • Einbeziehung von mehrsprachigen Werken in die Bilderbuchauswahl der Kindergärten

Projektleitung

  • Dr. Stephanie Jentgens, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Arbeitsbereich Deusch
  • Dr. Alexandra Ritter, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Arbeitsbereich Deutsch

Kooperationspartner

  • Börsenverein des Deutschen Buchhandels
  • Deutscher Bibliotheksverband

Projektlaufzeit

Beginn: Oktober 2019

Ende: voraussichtlich 2024

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